30.03.2009

01. März 2009

Vierter Tag auf See ETMAL 107nm

Wir sind am 09.02.2009 von Arrecife abgesegelt, also sind es jetzt 20 Tage die wir unterwegs sind. Es ist nicht zu glauben aber ich habe das Gefühl wir sind bereits ein halbes Jahr unterwegs. Die Eindrücke sind so vielseitig dass man manchmal wirklich Probleme hat sie zu verarbeiten. Einmal die Reise bis zu den Kap Verden, die abenteuerlich genug war, dann der Carnevale Cabo Verde, ein echtes Erlebnis. Ebenso abenteuerlich war es in Mindelo an Geld zu kommen. Über Karneval waren die Automaten entweder alle leer oder es ist das gesamte Netz zusammengebrochen. Ich weiß es nicht, jedenfalls kam ich nicht an Geld. Ich musste es mir cash von der Bank holen mit einer Gebühr von über 10% des abgehobenen Betrags.

Ebenso nervende Erlebnisse hatten wir auch auf dem Wasser mal mit Flaute, mal mit zu starkem Wind, mal mit nicht richtig funktionierendem Steuerautomat usw. usw. Langweilig wird es eigentlich nie.

Zu den schönen Erlebnissen gehört z.B. wie man von Tag zu Tag merkt wie es wärmer wird je näher man dem Äquator kommt. Mussten wir bei der Abfahrt von Mindelo noch Funktionsunterwäsche, Fließhemd und Ölzeug tragen kann man jetzt schon mit Hemd und Jogginghose bekleidet des Nachts im Cockpit sitzen. Tags über haben wir bereits an die 25°C und das auf dem Wasser. Da wir immer mit achterlichen Wind unterwegs sind ist es auch bei 4-5 bft nicht zu kalt. Wir sahen auf hoher See einen weißen Vogel in der Größe einer Möwe, mit einem roten Schnabel oder war es eine rote Maske, so genau habe ich das nicht gesehen. Er hatte fast abgerundete Flügel und zwei lange Schwanzfedern. Wäre der Schnabel nicht gewesen, er war dick und gerade wie bei einem Dompfaff, hätte es von der Figur und vom Flugbild her ein Papagei sein können. Björn von der Buena Vista hat in seinem Seevogelbuch nachgesehen aber er ist nicht fündig geworden. Faszinierend ist auch das Meer in der Nacht wenn es leuchtet wie ein Wetterleuchten am Himmel nur eben in Phosphorgrün. Es kommt von einer bestimmten Art Plankton im Wasser. Wenn das Boot seine Bahn durchs Wasser zieht, dann ist die Bugwelle statt weiß, wie am Tag, grün. Wenn sich die Wellenkämme brechen gibt es grün leuchtende Kronen oder aber eine Fläche von mehreren qm leuchtet plötzlich grün auf. Das sieht dann aus wie eine Aufnahme vom Satelliten aus, der ein Gewitter auf der Erde fotografiert.

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 So macht es Spaß

Die Funkrunde heute war mal wieder sehr interessant. Da habe ich z.B erfahren dass Guido sich bei Intermar per E-Mail erkundigt hat ob er über Lifestream mithören kann und er ließ uns viele Grüße ausrichten. Danke Guido, uns geht’s gut.

Gerade habe ich mit Björn Kontakt gehabt und er ist fündig geworden in seinem Vogelbuch. Es ist ein Red billed tropic bird. So die englische Bezeichnung was übersetzt so viel heißt wie Rotschnäbliger Tropenvogel. Ob er auf deutsch wirklich so heißt weiß ich allerdings nicht. Jedenfalls ist es ein Seevogel der, wie die Sturmtaucher nur zur Brutzeit an Land zu finden ist, sonst lebt er nur auf See. Das Verbreitungsgebiet ist an den tropischen Küsten von Südamerika bis zu den Kap Verden.

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