30.03.2009

05. März 2009

Achter Tag auf See ETMAL 79,6nm

In dieser Nacht hat der Wind und die Geschwindigkeit stark nachgelassen und wir haben die Genua wieder ausgebaumt um besser vorwärts zu kommen und um das schlagen des Segels zu verhindern. Ich tue so etwas sehr ungern bei Dunkelheit aber wir haben dreiviertel Mond und es ist ziemlich hell außerdem kann ich die Deckbeleuchtung einschalten. Die Genua ist ausgebaumt und es rollt unheimlich. An Schlaf ist dabei fast nicht zu denken, außerdem muss ich so alle 20-30 Minuten einen Rundblick machen. Der Mond hat sich hinter Wolken und Dunst verdrückt und auch deshalb haben wir sehr unsichtiges Wetter. Das Radargerät will ich absolut nicht einschalten, wir haben eh so wenig Strom. So geht es langsam bei 8-9kn Wind in Richtung Äquator. In der nächsten Zeit haben wir, laut Wettervorhersage von Intermar, auch mit Regen zu rechnen. Wir sind eben in Nähe des Äquators, es sind noch 300 Meilen und da sind diese Verhältnisse normal. Wir sind aber noch nicht in den Kalmen die zur Zeit ungefähr bei 1-2°S liegen. Dort wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben wie ein oder zwei Tage zu motoren. Die Buena Vista gewinnt immer mehr Vorsprung, vor allem jetzt da kein oder fast kein Wind mehr ist. Sonne gibt es hier kaum und Wind genau so wenig aber sie brauchen Strom. Also lassen sie täglich die Maschine laufen und fahren dadurch natürlich mit Motor was ihnen eine Geschwindigkeit von ca. 6-7kn gibt. Ich lasse statt dessen den Generator laufen. Der Verbrauch liegt bei 0,38l/Std. gegenüber der Maschine die bei langsamer Fahrt doch ihre 2 l/Std. schluckt. Die Buena Vista hatte Anglerglück und fing eine ca. 4kg schwere Golddorade die sie filetierten und damit verschiedene Gerichte zubereiteten. Ich habe die zwei Angeln seit den Kap Verden draußen aber mir gönnt man wohl nichts außer fliegende Fische, die ja auch schmecken 🙁

weg-nach-brasilien-078.jpg

Freiwache

Das Thema Jockl stellt sich im Moment Gott sei Dank nicht, er arbeitet so brav vor sich hin. Wir sitzen mal in der Sonne (die nicht da ist) und mal im Salon und lesen und versuchen uns den Tag zu vertreiben. Bei diesem Gedümpel kann es fast langweilig werden. Bald kommen wir in die Nähe, was heißt Nähe, in die Höhe von Peter und Paul, das sind zu Brasilien gehörende Felsen mit einer Militärstation und einem Leuchtturm drauf. Werden diese aber in einem Abstand von ca. 30-40 Meilen Entfernung passieren. Wir müssen aufpassen dass wir nicht zu weit nach Westen kommen, da wir sonst auf der Südhalbkugel auf zu starken SO Passat treffen und wir dann zu sehr am Wind segeln müssten. Die andere Möglichkeit ist in die Nähe der Küste zu segeln und so den dort herrschenden Nordwind zu nutzen. Ist aber auch nicht so gut, da dort flaches Wasser und deshalb evtl. zu hohe Wellen sind, vom Schiffsverkehr ganz zu schweigen. Das Beste für uns ist deshalb wohl, den Äquator bei 029° W zu queren. Aber bei diesem Tempo verlängert sich die Zeit bis wir dort sind um mindestens zwei Tage (siehe Etmal).

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