30.03.2009

09. März 2009

Zwölfter Tag auf See ETMAL 68,3nm

Heute sind es zwölf Tage dass wir ab den Kap Verden auf See sind. Wir haben noch hundert Meilen bis zum Äquator, wird noch 1-2 Tage dauern, dann haben wir ungefähr die Hälfte der Strecke Kap Verden-Brasilien geschafft. Insgesamt beträgt die Strecke ab Lanzarote auf dem kürzesten Weg etwas mehr als 3000 Meilen.

Nachdem ich heute über die Funkrunde Intermar von Christoph das Wetter erfuhr bin ich seinem Rat gefolgt und habe den Kurs geändert statt nach SW direkt nach Süden da dort die Kalmen am schmalsten sind.

 weg-nach-brasilien-079.jpg

In den Doldrums

Der Tag reicht mal wieder. Nachdem ich den Motor angestellt hatte lief der Diesel wie aus dem Wasserhahn am Filter runter. Wie kommt das? Ich habe gerade diesen Filter bzw. das komplette System vor der Abfahrt gewechselt. Beim Probelauf war alles dicht außer der Leckstelle an der Einspritzdüse des ersten Zylinders. Also blieb mir nichts anderes übrig als bei einer Außentemperatur von 32° und heißer Maschine in den Motorraum zu klettern um das Filtersystem auszubauen. Es war heiß im Motorraum mindestens 40-50°. Der Schweiß rinnt mir in Strömen runter, die Brille fiel mir dauernd von der Nase und wenn sie hielt, tropfte der Schweiß auf die Gläser und rinnt in die Augen was wie verrückt brannte und ich nichts mehr sehen konnte. Aber nach einer ¾ Std. war alles vorbei und das gewechselte System scheint dicht zu sein. Nur eben an der Einspritzdüse nicht. Ich habe nochmals dort die Dichtung gewechselt obwohl ich weiß dass das nichts nützt. Das Ding tropft und tropft. Der Diesel läuft den heißen Motor runter und verqualmt. Der Motorraum ist voll Rauch und der Salon stinkt. Da hatte der „Küchenjunge“ namens Annemarie die geniale Idee: wenn Du es nicht dicht bekommst, dann fange es doch einfach auf!! So leicht ist das auch nicht. Ich kann doch keinen Eimer unter die Einspritzdüse stellen, dort habe ich ja nur einen Zentimeter Platz. Also die grauen Zellen etwas angestrengt und nachgedacht. Ich nahm einen etwas hitzebeständigen Schlauch (ausrangierter Gasschlauch vom Gasherd) habe ihn am Anfang etwas aufgeschnitten so dass es eine halbe Tube ist und dann unter die Leckstelle geschoben und das Ende in einen Auffangbehälter gesteckt. Der Motor wird nicht mehr versaut, der Gestank und der Rauch sind weg und der Diesel kann wieder verwendet werden. Ideen muss man haben.

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