30.03.2009

27. Februar 2009

Zweiter Tag auf See ETMAL 117,0nm

Der Jockel arbeitet und wir sind daher eigentlich ziemlich entlastet. Wir segeln mit ausgebaumter Genua und machen so an die 6-6,5kn. Der Wind frischt auf und weht mit 25kn und die Genua ist immer noch ausgebaumt. Das muss ich jetzt ändern bevor es wirklich gefährlich wird, harmlos ist es eh schon nicht mehr. Also geht Annemarie ans Ruder und ich will den Baum bergen. Ich gebe der Genuaschot lose und versuche die Genua etwas wegzurollen. Diese Scheiß Rollanlage (ich entschuldige mich für diese Titulierung, aber ich muss mich immer noch ärgern) klemmt mal wieder. Jetzt die Situation. Die Anlage klemmt die Genua zu einem viertel eingerollt. Die losen Schoten schlagen wie verrückt, ebenso der Baum. Also hänge ich erst den Baum am Mast aus. Nun schlägt der Baum mit der losen Schot, an der der Baum hängt, lustig mit. Nur war mir gar nicht zum Lachen zu Mute. Mühevoll bändige ich den Baum und hole ganz schnell die Schot dicht. Das wäre geschafft. Zusätzliches Problem: es spielt sich alles in stockfinsterer Nacht ab. Zusätzliche Erschwernis: Ich habe keine Selbstholerwinschen und muss daher alles über Klampen sichern. Das macht Spaß mit einer Hand kurbeln, mit der anderen ziehen und dann die straffe Schot an der Klampe festmachen. Bei dieser Aktion hat sich die Bb-Schot um die Stb-Schot gewickelt. Aber das werde ich am Tag klarieren. Der Rest der Nacht war, was den Jockel betrifft gut, er arbeitete die ganze Nacht fehlerlos und wir konnten schlafen, mit den üblichen Unterbrechungen durch Ausguck. Das war auch gut so, denn es stiegen etliche male Wellen ins Cockpit und entleerten einige Kübel Salzwasser in diesem. Zum Teil spritzte es bis in den Salon und auf den Kartentisch, an dem ich meinen Computer in weiser Voraussicht bereits abgeräumt und in die Schublade gesteckt habe. Er verträgt sich so schlecht mit Salzwasser:-). Bei diesen Wellen die ans Boot schlugen hat man das Gefühl der Rumpf wird auseinander gerissen. Man kann sich das so vorstellen als sitze man in einer Tonne und jemand haut mit einem Holzprügel drauf. Nicht gerade optimale Voraussetzungen für ruhigen Schlaf. Der Tag verlief gut. Da wir die Genua nicht mehr ganz ausrollen können habe ich einfach die Fock ans zweite Vorstag angechlagen und so segeln wir mit zwei Vorsegeln. Geht ganz gut. Täglich um 09:30 Uhr UTC habe ich über Kurzwelle Funkkontakt mit unseren Freunden von der Buena Vista. Diese segelt ca 40 Meilen vor uns mit dem gleichen Ziel in Brasilien. Anschließend höre ich in die Funkrunde rein bei Intermar, das ist eine Amateurfunkstation in Norddeutschland und die sind täglich zweimal auf Sendung. Dort erfährt man viel neues und vor allem das Wetter.

 

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