31.03.2009

19. März 2009

Zweiundzwanzigster Tag auf See ETMAL 67,2nm

Das mit dem Jockel war auch nur ein Versuch. Richtig geklappt hat es nicht. Jetzt habe ich ihn in Urlaub geschickt. Der nimmt mir kein Milliampere an Strom mehr weg. Wenn er was bekommt (Strom), dann will ich auch Leistung. So ist das mal. Das Leben ist hart und ungerecht. Spaß bei Seite. Ich habe das Ruder gestern Abend fixiert. Dazu habe ich eine Stellschraube am Steuerrad. Seitdem habe ich es nicht mehr angefasst. Unsere Lady läuft seit mehr als 15 Stunden kerzengerade aus. Das habe ich nicht erwartet. Wenn es so geht, warum nicht. Ich brauche mich wirklich nicht mehr darum kümmern und Strom kostet es mich auch nicht. Wir haben aber auch nur leichten Wind, fast Flaute. Trotzdem machen wir 2,5kn Fahrt. Ob das System auch bei stärkerem Wind und höheren Wellen klappt weiß ich nicht. Laut Intermar soll sich das Wetter erst übermorgen bessern. Dann gibt es wieder Wind aus Ost bis Südost mit 12-15kn. Wenn wenig oder kein Wind weht, ist es furchtbar heiß. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Wir haben zwar ein Bimini (Dach) über dem Kopf aber das ist zu wenig. Ich habe das Cockpit rundum mit Tüchern zugehängt damit so wenig Sonne wie möglich hier rein brennt. Nachteil: es weht gar kein Lüftchen mehr, was die Umstände nicht gerade erträglicher macht. Würde man vernünftig Fahrt machen dann könnte man noch sagen dass wir unserem Ziel näher kommen. So ist es aber leider nicht. Aber was soll das jammern. Wenn es mir nicht passt hätte ich zu Hause bleiben sollen und mich vor den Fernseher setzen und zuschauen wie andere sich plagen :-). Irgendwann geht diese windlose Zeit auch mal zu Ende und wir können wieder vernünftig segeln. Einen kleinen Vorteil hat das ganze dann doch. Wir können uns über Tag ausschlafen um die durchwachten Nächte auszugleichen.

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Unser Gast für eine Nacht

Heute hatten wir Besuch, es war der zweite seit wir unterwegs sind. Und zwar von einem mir nicht bekannten aber sehr schönen Seevogel. Dieser ließ sich irgendwann, unbemerkt von uns, auf den Sonnenpaneelen nieder und übernachtete vermutlich dort. Heute morgen als wir aufwachten, wir schliefen beide im Cockpit, war er schon da. Er putzte sich ausgiebig eine ¾ Stunde lang, flatterte auf das Achterdeck, spazierte einige Schritte über unser Dingi, setzte sich dann auf die Reling und flog dann davon nachdem er unser Boot noch einige male umkreist hatte. Der erste Besuch ist schon etwas länger her. Da kam in der Abenddämmerung plötzlich eine Schwalbe angeflogen, umkreiste uns und flatterte ohne viel Umstände direkt in den Salon und setzte sich dort nieder. Sie blieb bis zum nächsten Tag. Einige Zeit nach Tagesanbruch setzte sie ihre Reise fort.

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