31.03.2009

20. März 2009

Dreiundzwanzigster Tag auf See ETMAL 67,3nm

Wir wollen nicht unzufrieden sein, seit der letzten Nacht kommen wir langsam aber stetig voran. Bei Tag ist es dann aus mit der Herrlichkeit. Da dümpeln wir dann segelschlagenderweise so vor uns hin mit 0-2kn. Ungefähr 2/3 der Strecke machen wir Nachts in der Zeit von 20:00 Uhr bis morgens 8:00 Uhr. Normalerweise mag ich die Nächte nicht gern, aber unter diesen Umständen bin ich froh wenn der Tag vorbei ist. Der Wetterbericht sagt leider für die nächsten Tage keine grundlegende Änderung. Wir haben noch ca. 400 Meilen bis Salvador. Wenn das so weiter geht, dann brauchen wir bei einem Etmal von 60nm noch sagenhafte eine knappe Woche. Ich hoffe wir bekommen bald vernünftigen Wind mit so an die 12-17kn. Da kann man dann gemütliche 90-100nm machen.

Die Säfte und das Wasser in Flaschen ist schon seit einigen Tagen zu Ende, was aber weiter nicht schlimm ist. Wir haben noch ca 200 Liter im Tank. Das ist allerdings Wasser aus Lanzarotes Wasserleitung und das ist pur getrunken ungenießbar. Wir haben versucht Tee damit zu kochen. Da kann ich das Wasser auch gleich pur trinken. Der Tee schmeckt so miserabel nach Chlor, das ist nicht auszuhalten. Also hat Annemarie ganz dünnen Kaffee gekocht und dieser wird dann nochmal mit ¾ Anteile an Wasser verdünnt. Das ist kein Kaffee mehr, aber der Geschmack von Chlor ist weg. Schmeckt wirklich nicht schlecht.

weg-nach-brasilien-184.jpg

„Motorraumkühlung“

Ein anderes Thema ist der Strom. Der Jockel ist ja seit einigen Tagen zwangsbeurlaubt und deshalb ist der Stromverbrauch relativ gering. Kühlschrank haben wir eh nicht in Betrieb. Aber wie gesagt wir brauchen Strom. Die letzten drei Tage sah das so aus: Generator eingeschaltet und Batterien versucht zu füllen. Nach spätestens 20 Minuten war Schluss, da der Generator wegen Überhitzung abschaltete. Um die Batterien zu füllen ist eine Laufzeit von einer Stunde nötig. Bei einer Temperatur von 30-33°C wird es im engen Motorraum sehr heiß. Der Antrieb für den Generator ist ein Einzylinder, luftgekühlter Diesel der zusätzlich jede Menge Hitze abgibt. Da macht der Generator nicht mehr mit und schaltet ab. Also muss Abhilfe her. Ich habe da einen Luftsack mit dem man Frischluft über die Luken ins Schiffsinnere leiten kann. Der muss herhalten. Also Motorraumklappe auf und den Sack darüber befestigt und ins Loch gesteckt. Damit die Luft auch zirkulieren kann habe ich auch noch die seitliche Zugangsklappe geöffnet. Der Wind bläst nun lustig in den Motorraum und der Generator wird nicht mehr heiß. Damit konnte ich nach einigen Tagen die Batterien endlich wieder ganz füllen.

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