31.03.2009

25. März 2009

Achtundzwanzigster Tag auf See ETMAL 40,3nm

Hurra, absolutes Negativ-Etmal. Dieser Tag gehört bestimmt nicht zu meinen Favoriten. Das fing gestern Nacht schon an als der Wind nachließ und dann drehte. Er drehte auf eine nördliche Richtung was so eigentlich nicht schlecht wäre. Dieser Wind aber war schwach und wie gesagt aus nördl. Richtung. Er war einfach nicht zu segeln. Wir haben alles probiert. Mit Fock, ohne Fock, mit und ohne Genua nebst Groß. Es waren nur zwei Richtungen möglich. NW oder Süd. Beide waren inakzeptabel. Die nördliche Richtung, da wir dadurch eigentlich rückwärts gefahren wären und die südliche, da wir zwar gesegelt wären, aber direkt nach Süden und wir wären keine einzige Meile in Richtung West vorwärts gekommen. Es gab nach reiflicher Überlegung nur eine Alternative: Segel runter und Beidrehen! Also sämtliche Segel geborgen, Blitzer angemacht damit uns keiner der großen Brüder überbügelt und dann geschlafen. Ich blieb im Cockpit liegen und schlief.

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Position am 25.03.2009 13°13.000S – 036°05.000W

Zwischendurch habe ich immer wieder Ausschau nach Schiffen gehalten. Ich sah insgesamt drei. Einer davon lag in etwa auf unserer Linie. Der hat uns aber gesehen und regelrecht einen Bogen um uns geschlagen. Heute Morgen blies dann wieder ein günstiger Wind und wir wollten unsere Fahrt fortsetzen. Ich versuchte die Genua zu setzen was mir absolut nicht gelang. Diese verdammte Rollanlage klemmte und die Genua ging weder rauf noch runter. Ich hatte über eine Stunde Arbeit um sie so hinzukriegen dass wir sie zwar nicht mehr benutzen konnten, aber wir konnten wenigsten weiter. Um die Genua wenigstens ein bisschen aufzurollen habe ich sie mithilfe des Bootes eingewickelt, was heißt, ich bin so lange im Kreis gefahren, bis sich die Genua so weit wie möglich um das Vorstag gewickelt hat dass ich es fixieren konnte. War unheimlich schwierig, da die Genua durch den Wind sich immer wieder ausrollte. Bis auf das letzte Stück habe ich es aber doch geschafft. Diese paar Quadratmeter schlagen jetzt im Wind und um das Vorstag und ich hoffe dass sich die Genua nicht in Fetzen auflöst bis wir da sind. Das Etmal bei diesem ganzen Tanz seit gestern ist natürlich dem entsprechend und wir haben dadurch bestimmt einen ganzen Tag verloren. Das andere Problem ist wie schon mal erwähnt der zu wenige Diesel. Wir hatten nur ca. 250 Liter gebunkert und die sind jetzt so viel wie alle. Bei genügend Sprit würde sich die ganze Reise mindestens um 5 Tage verringern. Aber wenigstens können nicht viele Segler behaupten auf dieser Strecke so lange in Flauten gestanden zu haben wie wir :-(.

Da wir nun keine brauchbare Genua mehr haben und wir nur mit Groß und Fock segeln können, werden wir natürlich noch langsamer. Wir segeln nun in die kommende Nacht. Mal sehen was dieser und der nächste Tag bringen. Aber irgendwann kommen auch wir an!

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