31.03.2009

27. März 2009

Dreißigster Tag auf See

Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt. Endlich, nach dreißig Tagen auf See sind wir heute gegen 16:30Uhr in Salvador in der Club Nautico Marina angekommen. Die Nacht zuvor war wie immer mit etwas Wind und wir kamen einigermaßen gut voran. Je mehr es dann Mittag zuging desto weniger wurde der Wind und wir standen wieder in der Flaute. Wenn wir an diesem Flautentag ebenfalls passiv bleiben, heißt das für uns noch mindestens einen Tag länger auf See. Je näher aber ein Ziel kommt desto ungeduldiger wird man. Also kurz mal den Rest an Diesel checken und dann anfangen zu rechnen. Wir haben noch 45 Liter, der Verbrauch bei 1200U/min. liegt bei 3 Liter die Stunde. Also reicht der Diesel für 15 Std. Die 15std mal 4,5 Knoten sind ca. 68 Meilen. Wir haben aber nur noch 50 Meilen bis zum Ziel. Also los, der Sprit reicht. Motor an und los geht’s durch die Flautenzone. Mit 3,5 – 5,2 Knoten, je nach Strömung, ging es ab in Richtung Salvador. Die Fahrt verlief ereignislos und wir kamen gut vorwärts. Heute kurz nach Sonnenaufgang sichteten wir bereits ganz klein am Horizont die riesigen und hässlichen Hochhäuser. Gerochen haben wir die Stadt bereits zwei Tage zuvor. Es stank nach Schwefel und Chemie. Es ist der Dreck und die Abgase die auf das Meer hinaus getrieben werden.

ansteuerung-salvador-27-03-2009.jpg

Noch 80 Meilen bis zum Ziel

Als dann das Land näher kam und wir sahen, dass wir nach 3029nm (5604km) den Punkt trafen den wir treffen wollten, kam doch etwas Stolz in uns auf . Andere Segler berichteten mir, dass sie die gleichen Gefühle hatten als sie ankamen. Die elektronischen Karten waren, neben den Papierkarten eine große Hilfe vor allem beim Einlaufen in die Marina.

weg-nach-brasilien-189.jpg

Salvador

Als Resümee möchte ich zur Fahrt noch folgendes sagen. Wenn man keine Probleme hat, wir hatten leider genug davon, dann macht es Spaß auf See zu sein. Selbst wenn es ein ganzer Monat ist. Am schönsten war es immer dann, wenn der Jockel gearbeitet hat oder wenn der Kurs, Wind und Segel so stimmten, dass wir nicht ans Ruder mussten. Dann war es schön und entspannend und es hätte noch länger dauern dürfen. Man fühlt sich so frei und losgelöst und von allen Zwängen befreit. Wenn alles stimmt wohl gesagt.

 weg-nach-brasilien-190.jpg

Endlich ankommen

Bedanken möchte ich mich hier an dieser Stelle vor allem nochmal bei Christoph von Intermar, der uns immer gute Tipps gab und uns mit Wetterdaten versorgte. Von hier aus auch liebe Grüße an alle die unsere Fahrt im Internet verfolgt haben und verfolgen konnten. Einen Dank auch an Guido, meinen Sohn der alle meine wichtigen und unwichtigen Dinge in Deutschland managet.

Wie es weiter geht steht absolut noch nicht fest. Wir können insgesamt ein halbes Jahr im Land bleiben, dann müssen wir für mindestens drei Monate das Land verlassen um wieder einreisen zu können.

Das ist aber Zukunft. Die Gegenwart sieht so aus dass wir am Montag erst mal zu Bundespolizei, Einwanderungsbehörde, Gesundheitsbehörde, Hafenkapitän und schließlich und endlich zum Marina Büro zum Einklarieren müssen.. Das wird den ganzen Tag eine Rennerei geben, da die Behörden nicht in einem Gebäude sind, sondern man sie in der Stadt an verschiedenen Stellen aufsuchen muss

Sobald das hinter uns liegt sind wir offiziell in Brasilien eingereist. Als nächstes müssen wir die Schäden am Cockpit und an der Genua richten. Die Rollanlage muss repariert und das Segel geflickt werden. Das Ersatzteil für den Jockel hat mir Guido bereits in Deutschland besorgt und hierher geschickt. Es war übrigens eher da als wir.

Wir werden natürlich hier einige Törns unternehmen. Erst mal in der Bucht in der wir liegen. Es ist eigentlich ein Flussdelta und da wollen wir etliche Kilometer flussaufwärts segeln um ins Landesinnere zu kommen. Ich werde hier an dieser Stelle dann in lockerer Folge und mit Bildern davon berichten.

Kommentare

Hallo Annemarie, Hallo Werner,

wir gratulieren euch ganz herzlich zur gut überstandenen Überquerung. Damit seid uns einen riesigen Schritt voraus.
Mal sehen, vielleicht kreuzen sich unsere Wege in der Zukunft wieder einmal – wir würden uns freuen.

Weiterhin viel Glück und Freude und wie immer Mast und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Richard & Barbara
S/Y Camaheto

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien