Einen Tag später, abends 22:00 Uhr, wir schlafen bereits, hören wir Rufe. Erstaunt schaue ich nach draußen und sehe die Fischer die bereits heute zurück sind. Später erfahren wir, dass sie einen guten Fang hatten und die Lagerräume voll gefüllt sind.
Also machen wir uns an die Arbeit. Ich will den Anker lichten – Fehlanzeige! Da ich den Motor nicht mitlaufen lassen kann schaffen es die Batterien nicht die Winsch zu drehen.. Also dann eben per Hand. Ein sinnloses Unterfangen. Ich kann keine 50m Kette samt dem Boot gegen die Strömung ziehen. Eine Leine fliegt auf das Boot die ich sofort belege. Zwei Leute vom Fischerboot springen ins Wasser und hanteln sich die 10m bis zu uns. Ich helfe ihnen an Deck. Zu dritt versuchen wir den Anker zu holen. Es gelingt uns nicht ihn an Bord zu ziehen. Eine Eisensäge hilft uns das Problem zu lösen. Kette durchsägen. Das ist schnell erledigt und wir holen den verbleibenden Rest der Kette an Bord. Das andere Ende mit dem Anker, gesichert durch ein Tau, ist auf dem Fischerboot. Mit viel Mühe bekommen fünf Mann den Anker frei. Nach eineinhalb Stunden ist die Aktion beendet und wir hängen an einer dicken Trosse und werden die 80 Meilen mit fünf Knoten Fahrt in Richtung Rio Grande abgeschleppt.
Den beiden jungen Burschen die bei mir auf dem Boot sind gebe ich zu verstehen, dass sie da bleiben sollen. Sie machen nämlich Anstalten wieder von Bord zu gehen. Ich merke wie froh sie sind nicht gleich nochmal und das bei stockfinsterer Nacht ins Wasser zu müssen. Annemarie versorgt sie mit warmen und trockenen Sachen einschließlich Decken. Sie legen sich im Cockpit auf die Bank und schlafen. Wir schlafen ebenfalls bzw. versuchen es wenigstens. So einfach ist das nicht, da teilweise fürchterliche Geräusche durchs Schiff gehen, wenn die Kette, an der die Trosse befestigt ist, gegen den Rumpf schlägt.
