Es ist ganz schön nervig am Haken zu hängen und geschleppt zu werden. Man glaubt es geht gar kein Ende her. Aber auch diese Nacht geht vorbei. Die Gedanken die mir durch den Kopf gehen sehen nicht gerade nach Freude aus und auf meiner Stirn sind bereits wieder die Sorgenfalten. Was wird sein wenn wir da sind? Was wird das ganze denn kosten? Laut internationalem Seerecht darf der Fischer, ganz sicher bin ich mir nicht, bis zu 20% des Schiffswertes verlangen. Das wäre dann das Ende. Selbst bei ein paar Tausend Euro würde es schon Probleme geben. Annemarie beruhigt mich und meint es wird schon nicht so schlimm werden. Das hoffe ich auch.
Nach schier endlos erscheinenden 16 Stunden sind wir endlich da. Gekonnt und meisterlich, ich bewundere immer wieder wie gut diese Leute mit ihrem Boot umgehen können, werden wir an den Steg bugsiert. Zahlreiche Hände nehmen sofort die Leinen entgegen. Hier hat bisher noch nie eine Yacht festgemacht und deshalb sind wir natürlich die Attraktion. Gleich stürmen Fragen auf uns ein. Woher, wohin, wie lange auf See, was ist passiert? Wir beantworten alle Fragen so gut wir es verstehen und erklären können. Der Organisator,so nennen wir ihn, den Namen Gonzalo erfahren wir erst später, bemüht sich wirklich rührend um uns. Er fragt sogleich ob wir was zu essen brauchen. Ich verstehe es nicht richtig und sage gleich mal ja. Kurze Zeit darauf erscheint er mit einer Plastiktüte voll Lebensmittel. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich es jetzt nicht bezahlen kann, da wir kein Geld an Bord haben. Morgen werde ich gleich zur Bank gehen. Nein, nein das ist ein Geschenk, er will dafür kein Geld. So viel Freundlichkeit wie in Brasilien habe ich noch nicht erlebt, egal ob im Norden oder wie jetzt ganz im Süden. Der Fischer verabschiedet sich, wir bedanken uns so gut es uns möglich ist, und sagt uns, dass er morgen vorbei kommt. Na, da werde ich dann wohl die Rechnung bekommen. Es ist mir schon mulmig im Magen.
