22.12.2009

16. - 20. Dezember 2009

Heute haben wir endlich mal „frei“. Keine Einladung, kein Behördengang, keine Besuche. Irgendwie ist das alles schon anstrengend. Wir legen heute mal einen „Erholungstag“ ein. Wir werden die weit sichtbare, himmelblau gestrichene Kirche besuchen.Der Kirchenbesuch nach jeder Etappe gehört bei uns von Anfang an dazu.

Morgen soll der Tank endlich ganz gereinigt werden. Bisher fehlte es an einer starken Pumpe die fähig ist den Schlamm vom Boden abzusaugen. Na mal sehen.

Nächster Tag. Gonzalo kann im Moment keine passende Pumpe auftreiben. Die, die er sich leihen wollte steht im Moment gerade nicht zur Verfügung. Ich mache an diesem Tag dann eben mal eine schriftliche Bestandsaufnahme über die entstandenen Schäden. Die brauche ich, da die Behörden eine Beschreibung des Notfalls und der Schäden verlangen. Diese sind zahlreicher als ich Anfangs dachte. Als da sind: Motor defekt (dazu später mehr), Tank verschlammt, Filter und Schläuche der Kraftstoffanlage verdreckt und verstopft, zwei Großsegel gerissen, Rollreffanlage Genua defekt, Bugspriet verbogen, „Laufblech“ vom Bugspriet losgeschlagen, KW-Antenne abgebrochen, Genuaschlitten mit Rolle ausgerissen. Das reicht mal fürs Erste.

Nun machen wir uns über den Motor her. Gonzalo, welch ein Zufall ist Mechaniker (nicht selbst ernannt, hat er gelernt, in Uruguay wie er mir versicherte) und repariert hauptsächlich die Motoren der Fischerboote. Da bin ich eigentlich an der richtigen Adresse.. Wir entlüften erst mal die Einspritzpumpe. Dann schließen wir einen Schlauch direkt, unter Umgehung sämtlicher Filter und Leitungen, an um zu sehen ob der Motor überhaupt läuft. Alles klar, dann Start. Klack, nochmal klack und wieder klack. Der Anlasser zieht an, dreht aber nicht durch. Komisch, die Batterie müsste doch geladen sein. Gonzalo geht zum Mittagessen und ich habe eine Stunde Zeit die Batterie zu laden. Gonzalo kommt wieder und das Spiel beginnt von vorne. Klack, klack, klack, mehr nicht. Also an der Batterie liegt es nicht. Der Auspuff und der Wärmetauscher werden abgebaut, dann der Ventildeckel. Vom ersten Zylinder ist das Ventil etwas geöffnet. Ich drücke es ganz auf und was herauskommt ist Wasser. Auch das noch. Wir schrauben den Zylinderkopf ab und sehen das Malheur. Der erste Zylinder ist voll mit Salzwasser und hat sich festgerostet. Der zweite Zylinder ist auch nicht ganz in Ordnung, aber es ist nur wenig Wasser darin. Erst trocknen wir das Wasser mit einem Tuch aus den Zylinder und dann wird fest mit WD40 eingesprüht, das soll den Rost entfernen und die Kolben wieder gängig machen. Den ganzen Tag über sprühe ich WD40 in die beiden ersten Zylinder. Morgen ist Sonntag und da kann es sich, ich sprühe alle Stunde ein bis die Flasche leer ist, hoffentlich bis Montag lösen. Wenn nicht, steht das nächste Übel an, denn dann muss der Motor vom Getriebe getrennt werden, damit der Motor angehoben werden kann. Dann wird die Ölwanne abgebaut um von unten an den Kolben zu kommen der dann ausgebaut werden muss. Ich hoffe aber dass es so weit nicht kommt. Aber das werde ich am Montag erfahren.

Kommentare

Etwas Weihnachtsmitleid habt ihr von mir auf alle Fälle - aber verraten wo du bist hast du (wie versprochen) immer noch nicht. Happy New Year aus Bayern (falls du diese Küste kennst). UDO

Liebe Annemarie und Lieber Werner ,

Herzliche Weihnachtsgrüsse aus Kolbermoor .Der Schnee in der Aiblinger Au ist fast wieder weggetaut,
das Wetter meint es gut mit uns ,wenig Schneeschaufeln und erstaunlich immer wiedermal sonnige TAge bedingt durch den föhnigen Wind aus Süden , den ERLER Wind aus Tirol.-Familienbesuche waren auf dem Programm gestern und heut.
Mit den Gedanken bin ich immer wieder bei Euch auf dem Schiff und mal´ mir das Motor-Malheur so richtig grausig aus.Nicht angenehm , aber macht das Beste draus und verliert nicht die Geduld vielleicht mit der “Selbst”-Heilung (WD 40)! -
Wäre natürlich Scheibenkleister wenn Du so richtig “in den Keller” mußt zum Zerpflücken des Motors.- TROTZDEM : nur GEduld !
Herzliche Grüsse von mir aus Kolbermoor ! Tom

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