23.02.2010

20. Februar 2010

Es ist Samstag und Wochenende. Wir fahren mit dem Bus nach Rio Grande um unsere dortigen Freunde Angelica und Olek im Hotel Paris zu besuchen. Erst aber wollen wir einen Elektronik Shop aufsuchen der uns von der Besatzung des Bugsierschleppers empfohlen wurde. Ich habe die KW-Peitschenantenne am Schlepper gesehen und gleich gefragt wo es diese gibt. Meine ist ja abgebrochen und in den unergründlichen Tiefen des Atlantiks verschwunden. Freundlich, wie die Brasilianer nun mal sind, hat einer der Besatzung gleich bei dem Shop angerufen und gefragt ob so eine Antenne vorrätig sei. Das sei sein Freund gewesen und dort er hat die Antenne für den Schlepper besorgt. Es ist die Firma Electronic Professional in der Rua 24. Maio. Wir haben diese Firma nach kurzer Suche entdeckt und tragen unser Anliegen vor. Wir richten auch schöne Grüße von Francesco aus, der vor einigen Tagen mit ihnen telefoniert hat. Großes Erstaunen, denn Francesco kennen sie nicht und KW-Antenne hätten sie auch keine. Wir fragen nochmal ob dies die Firma Electronic Professional sei, was uns bestätigt wird. Ich zeige ihm die Telefonnummer und er bestätigt, dass es die der Firma sei. Nun verstehe ich gar nichts mehr. Die Adresse stimmt, die Firma stimmt, ebenso die Telefonnummer aber Francesco ist nicht bekannt und KW Antennen haben sie auch nicht. Entweder gibt es diese Firma nochmal in dieser Straße oder der Verkäufer ist völlig inkompetent. Ich frage ihn ob es denn diese Firma hier nochmal gäbe. Ja natürlich, weiter unten in der Straße der Elektronik Shop. Wir laufen die Straße bis zum Ende durch aber ohne diesen ominösen Shop zu finden. Irgend was ist hier wohl absolut schief gelaufen. Francesco hat mit dieser Firma telefoniert, ich war ja dabei. Also ist der Wurm wohl anderswo zu suchen. Na, egal wir besuchen jetzt unsere Freunde bevor sie in den nächsten Tagen weiter ziehen.

Am frühen Abend sind wir wieder zurück am Boot und unsere zwei Steghunde, der bzw. die dritte ist seit Wochen verschwunden, empfangen uns schwanzwedelnd am Steg. Annemarie gibt ihnen gleich das aus Reis und Hühnerknochen bereits gestern hergerichtete Futter, das sie gierig verputzen.

hunde-steg.jpg

Annemarie und „ihre“ Hunde

Er, wir haben ihn Casanova getauft legt sich auf den Steg und schläft. Sie, die wir Dolly nennen, läuft zurück zu ihren Jungen. Dolly ist seit ungefähr zwei bis drei Wochen Mama. Plötzlich hören wir Hundegeheul. Ich schenke dem nicht viel Aufmerksamkeit, da in der Nachbarschaft eine Hündin läufig und Casanova wohl etwas Liebeskrank ist. Aber das Geheule hört nicht auf. Es sind da die Frauen, die wohl mehr Gefühle entwickeln als die Männer. Jedenfalls meint Annemarie, dass dieses Geheule nicht normal sei und geht nachschauen. Kurz danach kommt sie zurück und erzählt mir, dass Dolly so jämmerlich jault und dauernd um sie rumschwänzelt. „Nimm doch eine Taschenlampe und leuchte unter das Haus unter dem sie ihre Jungen abgelegt hat“, meint Annemarie zu mir. Ich nehme die Taschenlampe und ziehe los. Ich leuchte unter das Haus, kann aber nichts sehen. Dolly kommt und schlüpft unter das Haus. Ich schaue wo sie hingeht und da sehe ich ihr Junges. Es liegt da, so halb auf einem alten Fischernetz. Dolly geht hin und stupst es an, doch das Kleine rührt sich nicht vom Fleck und Dolly fängt wieder an zu jaulen.. Annemarie meint ich soll das Junge doch mal rausnehmen, ich könne es doch mit der Hand leicht erreichen. Ich will es nehmen, doch es geht nicht, denn es hat sich total in dem alten Netz verfangen und kann sich nicht bewegen. Der Kopf und ein Fuß stecken in einer Masche des Netzes. Das Kleine wird sogar davon leicht stranguliert. Ich rufe Annemarie zu sie soll so schnell wie möglich ein Messer besorgen damit ich es losschneiden kann. Das ist dann auch schnell getan und das Kleine ist frei. Dolly sieht man die Freude an, denn sie hat begriffen, dass die Gefahr für ihr Junges nun vorbei ist.

hundebaby.JPG

Das riecht aber nicht nach Mama

Annemarie legt es ihr gleich an die Zitzen und es säugt gierig. Da sage mir mal einer, Hunde oder Tiere seien nicht Intelligent. Sie hat uns regelrecht geholt, wohl wissend dass nur wir ihrem Jungen helfen können.

Am nächsten Tag morgens ist Dolly wieder pünktlich zur Stelle um sich ihre Ration für den Tag abzuholen. Wir gehen etwas mit ihr am Strand spazieren und sie ist aufgedreht wie ein junges Fohlen. Man sieht welche Freude sie hat.

hund-ausflug.JPG

so ein Ausflug ist anstrengend

hund-geschafft.JPG

 Mann, ich bin so was von fertig

Sie läuft wie wild den Strand entlang, dreht um springt mit allen Vieren gleichzeitig in die Höhe und läuft wieder weg. Ich glaube das ist ihre Art Danke zu sagen.

hundemama.JPG

Die stolze Mama

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien