13.01.2012

13. Januar 2012

Wir haben November und sind nun schon zwei Monate in Deutschland. Es gibt nach so langer Abwesenheit doch einiges zu regeln. Wir haben beide neue Pässe beantragt, so dass jetzt von uns beiden jeder zwei hat, ganz offiziell natürlich. Mit der Begründung dass wir uns längere Zeit auf großer Fahrt befinden werden und in dem einen oder anderen Fall während unseres Aufenthaltes der Pass ein behalten wird und wir uns im Ausland nicht ohne Ausweise bewegen wollen. Hat geklappt. Aber nicht nur Amtsgänge und andere Pflichten erledigen wir, sondern auch schöne Dinge. Eins davon ist eine Kanufahrt auf der Werra, in der Nähe von Eschwege, auf dem ehemaligen Grenzfluss zwischen Ost und West.

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Auf der Werra

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Schwanensee auf der Werra

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Werraufer

Nachdem ich dann wieder den Süden Deutschlands aufgesucht habe, habe ich nach vielen, vielen Jahren endlich mal wieder die Gelegenheit auf den Bergen rum zu kraxln. Nur ein bisschen kraxln, nicht klettern, denn dafür bin ich schon zu lange aus der Übung. Trotzdem macht es Spaß durch das Kaisergebirge zu wandern, den Friedenrath zu besuchen und den Brünnstein zu besteigen.

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Blick vom Brunnstein zum Kaisergebirge

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Blick vom Peterskopfl ins Inntal

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Fast am Ziel

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Gleich geschafft

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Kaisergebirge

Es ist Samstag. In 10.000 Meter Höhe bei einer Geschwindigkeit von im Moment 950 km/h suche ich mir gerade einen Action Film mit Sean Connery aus, der mir die 14 Std. Flug etwas verkürzen soll. Annemarie sitzt neben mir und schaut sich ihren Film bereits an, während ich noch am Menü herum fummle.
Nach einem nicht enden wollenden Flug kommen wir am nächsten Tag in Rio de Janeiro an, wo wir erst mal 4 Stunden Aufenthalt haben. Diese verbringen wir schlafend oder besser gesagt dösend im Transitgebäude des Flughafens bevor es weiter nach Buenos Aires geht, welches wir dann endlich am Sonntag Mittag erreichen. Nach einer 60 km langen Fahrt mit der Remise (ein Taxi, nur etwas preiswerter), sind wir dann endlich an unserem Schiff angelangt. So schnell wie möglich verstauen wir unsere Sachen und schon liegen wir im Bett um den verlorenen Schlaf nachzuholen. Erst am nächsten Tag (Montag) fühlen wir uns etwas erholter.
Von Victoria fahren wir mit dem Zug ein paar Stationen weiter nach Tigre. Wir müssen uns beim Zoll zurückmelden und um eine Genehmigung zur Verlängerung für den Aufenthalt unseres Schiffes ersuchen denn, diese läuft in 4 Tagen aus. Wir brauchen diese um noch unser nicht hundert prozentig funktionierendes Ruder zu reparieren. Als wir beim Zollbüro ankommen empfängt uns eine mürrisch drein blickende Dame und fragt nach unserem Anliegen. Wir bzw. ich versuche es ihr zu erklären. Wenn Annemarie etwas sagen will beachtet sie sie gar nicht und fordert mich auf zu reden. Sie stellt mir Fragen die ins private gehen und meiner Meinung nach mit der Sache nicht wirklich zu tun haben, wie z.B. warum wir nach Deutschland geflogen sind, warum wir so lange dort waren, was wir denn gemacht hätten usw. Geduldig stehe ich Rede und Antwort. Plötzlich fragt sie zu mich ob ich denn eine Genehmigung vorweisen könne zum verlassen des Landes bzw. um das Schiff alleine hier in Argentinien liegen lassen zu dürfen. Natürlich habe ich und zeige ihr das vom Zoll ausgestellte Dokument, welches ich mir vor dem Abflug noch geholt hatte. Ich glaube Enttäuschung in ihrem Gesicht zu sehen. Wie aus der Pistole geschossen kommt die Frage wer denn dieses Dokument ausgestellt hat. Weiß ich natürlich nicht, ich kenne doch nicht die Mitarbeiter dieses Büros. Also zeige ich auf die Unterschrift und sage dieser Herr war es. Damit gibt sie sich zufrieden. Als wir damals das Dokument für die Genehmigung das Boot alleine liegen lassen zu dürfen beantragten, fragten wir gleich nach einer Verlängerung, da wir ja nach unserer Rückkehr nur noch vier Tage Zeit haben das Land zu verlassen, sagte man uns damals es würde reichen wenn wir zurück kommen. Jetzt aber belehrt mich die „freundliche“ Dame, dass der Zeitpunkt bereits vor vier Wochen gewesen wäre. Ist doch prima. Besser kann´s doch gar nicht laufen. Langsam wird mir das Gequatsche doch zu blöd und ich beschließe dem ein Ende zu bereiten. Also sage ich zu ihr, wenn sie uns anweist das Land zu verlassen, dann werden wir es auch tun und innerhalb der nächsten drei Tage samt unserem Boot abreisen. Ich sage es ohne Emotionen und auch nicht mit einem gewissen Grimm in der Stimme, sondern ganz normal. Da schwenkt sie plötzlich um, wird richtig freundlich und meint: nein, natürlich brauche ich nicht mit dem defekten Ruder abfahren. Sie braucht von mir nur ein Schreiben des Clubs in dem wir sind, dass das Ruder auch wirklich defekt ist und dass das Boot aus dem Wasser muss. Also fahren wir wieder zurück zum Club, lassen uns vom Büro die Bestätigung ausstellen und gondeln wieder nach Tigre. Nun geht alles ziemlich schnell. Nach der Frage wie lange wir noch bleiben wollen(müssen) erkläre ich, dass zwei Monate reichen würden. Mit dem Dokument in der Tasche fahren wir zurück zum Schiff.

Heute ist es so weit. Unser Boot wird an Land gehoben. Nachdem aufgebockt und das Unterwasserschiff mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt ist machen wir uns gleich an die Arbeit. Wir bauen das Ruder aus. Wir, das sind Annemarie ich und Udo von der La Boheme, dessen Frau Heidi ihm heute „frei“ gegeben hat, um zu helfen. Es dauert nicht lange, das Ruder ist ausgebaut und das Ruderlager an seinem vorbestimmten Platz. Am Abend sind wir fertig und alles funktioniert. Am zweiten Tag schleifen wir das Unterwasserschiff etwas ab, tragen Grundierung auf und dann wird das Antifouling erneuert. Morgen können wir dann schon wieder ins Wasser.

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Unsere Lady geht an Land

Wir sind wieder im Wasser und ich fahre zurück zum Liegeplatz. Den Motor lasse ich noch eine ganze Weile laufen, denn dieser war das letzte mal vor vier Monaten in Betrieb. Routinemäßig prüfe ich den Motor auf Dichtigkeit und stelle fest, dass ein Dieselfilter leckt. Das werde ich wohl beheben müssen. Das schlimmere aber ist, dass ich Wasser in der Bilge entdecke. Ich gehe der Sache auf den Grund und entdecke, dass die Wellenabdichtung leckt und zwar ziemlich heftig. Verdammt noch mal, das hat gerade noch gefehlt. Wenn ich Pech habe muss ich nochmal aus dem Wasser und die Welle abdichten. Problem ist nur, ich habe eine spezielle Wellenabdichtung die hier in Buenos Aires bestimmt nicht zu bekommen ist. Und wenn, dann vermutlich nur für horrendes Geld, kostet die in Deutschland schon über 300 €. Sogleich mache ich mich an die Arbeit. Und tatsächlich, nach etwa zwei Stunden bekomme ich sie wieder hin. Das Teil ist wieder dicht. Aber eine neue Dichtung muss ich auf alle Fälle als Ersatz besorgen.

Wie sieht es weiter aus? Wir werden Anfang Februar Argentinien für einige Zeit verlassen und nach Uruguay segeln. Dort möchten wir zusammen mit noch einem Boot den Rio Uruguay bis zum Rio Negro hochfahren, und einige Zeit bleiben um die Gegend etwas zu erkunden. Davon aber mehr, wenn es so weit ist.

Es gibt wieder neue Bilder. Entweder den folgenden Link kopieren und in die Befehlszeile setzen oder noch besser gleich rechte Seite am Blogrol auf „Neue Webalben der Out of Rosenheim“ klicken. Übrigens Sailinx, ebenfalls rechte Seite Blogroll, darf wieder besucht und abgestimmt werden :-). Ich sage schon mal Danke

Link zum Webalbum https://picasaweb.google.com/110953844027179763848

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