27.07.2012

27. Juli 2012

Diesmal ist der Zeitraum erheblich kürzer seit dem letzten Bericht. Um es genau zu sagen es ist eigentlich mehr ein Nachtrag. Hätte alles bereits im vorigen Bericht stehen können, habe es aber wirklich vergessen. Ist doch klar. An „schlechte“ Dinge erinnert man sich eben nicht gerne.

Unser Wasseraufbereiter (ich sage extra nicht Wassermacher, da er nur „schlechtes“ Süßwasser aufbereitet. Kein Salzwasser) macht mal wieder Ärger und ich versuche das Problem zu beheben. Die Zuleitung ist nicht ganz dicht und wenn der interne Tank voll ist läuft er trotzdem weiter. Also sitze ich im Motorraum und hantiere mit Schraubenzieher und anderem Werkzeug herum. Wasser spritzt umher da ich immer wieder die Zuleitung aufmachen muss. Ich bin schon ziemlich nass, will aber trotzdem die Kleidung nicht wechseln. Der Motorraum ist ziemlich eng und die Batterien (2x12V parallel geschaltet also 24V)sind genau vor mir und ich berühre in geduckter Haltung, in der ich im „Keller“ arbeiten muss, mit den Knien die Batterien. Soll also heißen, der Platz ist sehr begrenzt. Auch der Einstieg in den Motorraum gleicht eher einer Panzerluke in die ich von oben also vom Cockpit aus einsteigen muss. Will ich wieder raus, so muss ich mich wie ein Barrenturner mit beiden Händen an der Luke festhalten mit den Füßen vom Boden abstoßen und dann mittels durchdrücken der Arme mich aus dem Motorraum „drücken“. Ist gut für die Bizeps und die Fitness, von der Beweglichkeit die man dadurch nicht verliert ganz zu schweigen. Wir haben eben ein „sportliches“ Schiff und deshalb hat sich mein Admiral auch bisher erfolgreich dagegen gewehrt „meinen“ Motorraum zu besuchen. Selbst das streichen muss ich dort unten übernehmen. Wie ich das hasse (siehe vorherigen Bericht). Lange Rede kurzer Sinn. Wollen wir zu dem eigentlichen „Vorfall“ kommen. Wie gesagt ich sitze in Hocke im Motorraum und berühre mit den Knien die Batterien und einige Kabel. Plötzlich merke ich wie es mir an den Knien warm wird, dann knistert es und schon geht Rauch auf. Das alles innerhalb von vielleicht einer oder zwei Sekunden. Verdammt ein Kurzschluss! Sofort trenne ich mit dem Hauptschalter die Batterien vom Netz. Die Kabel kokeln weiter. Was nun? Mir fällt nichts anderes ein und ich reiße mit der Hand die Kabel von der Batterie. Das Geknister und die Kokelei hören auf. Ich besehe mir den Schaden. Die Kabel sind hin. Verschmort. Nicht ganz so schlimm ich kann sie ja wieder erneuern. Ist in zwei Stunden erledigt. Woher kam das? Ich versuche der Sache auf den Grund zu gehen. Die eigentliche Ursache kann ich nicht finden. Zwar ist ein Schalter eingeschaltet der es hätte nicht sein dürfen. Vermutlich habe ich ihn bei der Werkelei mit dem Wassermacher unabsichtlich berührt und ihn dabei eingeschaltet. Nun ist die Batterie eins und zwei von plus auf minus in Reihe für 24 Volt geschaltet, was auch richtig ist aber mit dem zweiten Schalter wurde dann noch Minus Batterie eins mit Minus Batterie zwei verbunden was natürlich nicht richtig ist. Dabei kam es dann zum Kurzschluss. Ob das dann wirklich so war kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, denn ich will diese Fehlschaltung nicht nachträglich nochmal ausprobieren. Also weiter im Text. Wie ich da so im Motorraum knie und die Ursache untersuche hebe ich die Kabel an und schon wieder ein knistern und diesmal sehr starke Rauchentwicklung. Was ist das? Die Kabel sind doch von der Batterie getrennt, vermute ich jedenfalls. Der Rauch entwickelt sich in Sekunden so stark dass ich nichts mehr sehen kann. Atmen ist unmöglich. Ich habe bereits einen Teil der giftigen Gase eingeatmet, die Lunge brennt, die Augen brennen stark und tränen. Ich muss zwei Dinge tun. Erstens die Kabel müssen ganz raus und zweitens ich muss ebenfalls aus dem Motorraum. Ich packe mit geschlossenen Augen die Kabel, verbrenne mir anständig dabei die Finger und reiße kräftig an so dass ich gleich den ganzen Schaltkasten samt den daran angebrachten Regler abreiße. Jetzt wird es höchste Zeit dass ich aus dem Motorraum komme. Ich habe die Luft angehalten und halte es nicht mehr länger aus. Die Rauchentwicklung nimmt ziemliche Ausmaße an. Es nützt nichts, ich muss raus. Wie oben beschrieben stemme ich mich am Rand der Einstiegsluke hoch und schwinge mich raus. Noch kann ich mich nicht entschließen mit dem Feuerlöscher in den Motorraum zu spritzen. Ist nämlich erst dort mal Schaum bzw. Löschpulver drin, dann ist das Chaos perfekt. Ich versuche von oben in den Motorraum zu schauen ob ich vielleicht Feuer sehen kann. Kann ich nicht. Der Rauch wird etwas weniger und das beruhigt mich dann doch. Gefahr vorbei. Ich atme erleichtert auf und die zwei Liter Adrenalin pro Sekunde die in meinem Körper gepumpt wurden verringern sich erheblich. Was ist passiert? Beim anheben der Kabel sind die bereits zum Teil blanken Drähte wohl wieder irgendwo mit Strom in Berührung gekommen und da hat es dann wieder angefangen zu schmoren. Wieder steige ich in den Motorraum und versuche die Ursache zu ergründen und wieder komme ich auf kein Ergebnis. Nun räume ich aber die Kabel vollends weg. Der Schaltkasten hängt halb zertrümmert an den verbliebenen Schrauben und der HLR (Hochleistungsregler) des Generators baumelt an seinen Kabeln.

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Schmorbraten

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Rohbau fertig

Das alles betrifft die 24 Volt Anlage, die mit der 12 Volt Anlage nur während des Ladevorgangs verbunden ist. Das ist so gesehen mein Glück, denn die 24 Volt Anlage ist nur mit kurzen Kabeln direkt mit dem Schaltkasten verbunden. Wäre das mit den 12 Volt passiert wäre der Schaden erheblich größer wenn nicht sogar dabei das gesamte Schiff verloren gegangen wäre. Die Kabel der 12 Volt Anlage ziehen sich durch das ganze Boot und wenn dann dort an einer unzugänglichen Stelle die Kabel anfangen zu brennen dann gute Nacht. Wie so oft, seit wir unterwegs sind, steht das Glück mal wieder Pate.

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Der „Neue“

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Innenleben

Nun stehe ich vor dem Trümmerhaufen. Etliche verschmorte Kabel und ein zerstörter Schaltkasten. Was hilft da all das jammern? Bretter zugeschnitten und einen neuen Schaltkasten (diesmal mit Sicherungen) gebaut und wieder alles montiert. Hört sich schnell an dauert allerdings drei Tage. Nun ist (elektrisch) wieder alles in Ordnung. Für Interessierte: ich habe einen Schaltplan gezeichnet wie die Batterien von 12 auf 24 Volt umgeschaltet werden können ohne dass man die Kabel verändern muss. Der Fachmann möge mir nachsehen, dass ich nicht die Symbole verwendet habe die für solche Zeichnungen vorgesehen sind. Ich als Laie finde den Schaltplan so übersichtlicher.

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Schaltplan Wassermacher

Nun zu einem anderen Thema. Ich schreibe viel von mir, einiges von uns aber eigentlich so viel wie nichts über meinen Admiral. Der soll heute mal zu Wort kommen. Das heißt im Klartext: der Admiral diktiert und der Kapitän hat zu schreiben. Ist doch klar dass man bei dem Rang einen Adjutanten bzw. einen Sekretär hat.

Eine Frau als Admiral? Klar doch, ich sag ja immer: Frauen an die Macht:

Macht Kaffee

Macht Brötchen

Macht sauber.

Diese Zeilen werde ich wenn das Manuskript zensiert wird in weiß schreiben. 🙂

Nun aber lass ich Annemarie zu Wort kommen.

Da ich ein Fan von Milchprodukten ´bin wie z.B. Naturjoghurt, Quark, Käse usw. und wir lange unterwegs sind und ich viel Zeit und noch dazu viel Spaß am Kochen und selber machen habe, kommt im Laufe der Zeit so einiges „auf den Tisch“. Zum Teil mache ich aus der Not auch eine Tugend. Was man nicht bekommt und nicht zu schwierig ist wird einfach selber gemacht.

Im Moment beschäftige ich mich mit Kefir und Kefir Produkten. Kefir ist wie die meisten sicher wissen ein Blumenkohl ähnlicher Pilz der aus dem Kaukasus stammt Er ernährt sich vom Milchzucker wodurch eine Säuerung entsteht. Er ist für mich einfacher zu handhaben als die Joghurt Herstellung.

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Fertig zum abschütten

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abschütten

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Der abgeschüttete Kefir

Vor einigen Wochen habe ich einen Babypilz (Ableger) in einem Mückennetz eingepackt , geschenkt bekommen und bin davon sehr begeistert. Das Netz eingehängt in einem Glas das ich mit Milch fülle und verschließe, lasse ich ihn ein bis zwei Tage reifen und der Kefir ist fertig. Damit bereite ich unser tägliches Frühstücksmüsli vor. Früchte, wie Bananen, Birne und anderes (Saison) Obst inklusive Haferflocken, mit oder ohne Kakao und schon steht unser gesundes und wohlschmeckendes Frühstück zum Verzehr bereit, das ich am Abend vorher (ohne Obst) vorbereitet habe. .Das ist aber nicht alles. Ich mache auch davon Quark. Der schmeckt herrlich locker und frisch und liegt uns nicht so schwer im Magen wie der normale Mager oder Vollmilch Quark den man hier bekommt.

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Gepresst

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Der fertige Quark

Für 150 Gramm Quark benötige ich 600ml Milch und ca. 100 Gramm Kefir (evtl. etwas mehr, einfach ausprobieren).Die Milch wird erhitzt (nicht kochen) und dann wird der Kefir eingerührt. Von der Kochstelle nehmen und stehen lassen. Dann flockt alles auf und die Molke wird sichtbar. Ist keine Molke zu sehen dann einfach noch etwas Kefir hinzugeben. In ein mit dünnen, dicht gewebten Baumwollstoff (z.B. Stoffwindel) ausgeschlagenes Plastiksieb (kein Metallsieb) gießen.

Leicht ausdrücken und fertig ist der Quark ( ich stelle immer die dreifache Menge her). Der abgekühlte Quark kann dann je nach belieben mit Kümmel und/oder Schnittlauch und Salz gewürzt werden. Schmeckt hervorragend als Brotaufstrich oder zu Pellkartoffeln. Die Molke nicht weg schütten. Man kann daraus mit Bananen oder anderen Früchten einen herrlich frischen Shake machen Werner verwendet den Kefir und die Molke für sein Brot Ich bin gerade dabei aus Kefir Käse herzustellen aber das ist noch im „Versuchsstadium“.

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Das Brot

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Guten Appetit

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Kefir für Müsli

Ich finde das alles toll, auch wenn wir jetzt womöglich in den Ruf kommen „Grüne“ oder „Alternative“ zu sein. Aber mal ganz im Ernst, wir sind zwar Umwelt bewusst aber weder Grün noch Alternativ, es macht eben einfach Spaß vieles selber zu machen. So habe ich in Essig eingemachte Paprika und selbst gemachtes Sauerkraut in der Backskiste. Wohl bekomm´s.

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Kefir für den nächsten Tag vorbereiten

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Eingelegte Paprika

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Schmeckt herrlich

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Selbstgemachtes Sauerkraut

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