24.10.2013

23. Oktober 2013 – Von Porto Belo nach Angra dos Reis

Endlich hat alles geklappt, die Reparaturen sind durchgeführt und wir sind fertig zur Abfahrt. Das Wetter ist fies und saumäßig. Es regnet und es ist zwar nicht gerade kalt aber ungemütlich. Aber der Wetterbericht sagt halt mal guten Wind voraus und das müssen wir ausnützen. Die Sicht ist diesig nur maximal zwei bis drei Meilen. Leider ist der Wind nicht so gut wie vorausgesagt. Zum segeln zu wenig. Aber am Nachmittag wird es etwas besser, setzen Segel. Als wir aber langsamer als 2,5kn werden rollen wir die Genua wieder ein und starten den Motor. Das Groß bleibt als Stützsegel stehen und Johann (Autopilot) bekommt den Auftrag zu arbeiten. War nicht viel aber besser als gar nichts und es spart vor allen Dingen Diesel. Peter aus Porto Belo ruft mich über Funk. Ich verstehe ihn zwar leise aber trotzdem gut. Wir machen aus, dass wir uns für den nächsten Tag wieder an der Funke treffen. Hat leider nicht geklappt.

Am nächsten Tag, dem zweiten, ist das Wetter schön obwohl es laut Wetterbericht eigentlich schlecht sein sollte. Also gehe ich davon aus dass die Wetterberichte stimmen, nur das Wetter ist falsch. Ab etwa 14:00 Uhr können wir segeln bei einem NO-Wind von 10kn. Wir schippern zum Teil mit bis zu 5kn durch die Wellen. Gegen Abend ziehen Wolken auf, der Wind dreht und wir korrigieren nach NO um nicht zu weit vom vorgesehenen Kurs ab zukommen. Leider kommt jetzt der Wind genau mit 0° und 7kn von vorne. Wir haben eine düstere Nacht obwohl fast Vollmond ist. Die Wolken verdunkeln den Nachthimmel aus dem Blitze zucken. Wir haben keinen Bedarf an einem Gewitter und hoffen, dass es an Land bleibt.

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bewegte See

Die Nacht vom zweiten auf den dritten Tag verläuft völlig ruhig, jedoch bin ich völlig ko vom Tag zuvor, denn letzte Nacht hatte  ich Annemarie schlafen lassen da sie immer noch starke Schmerzen am Brustwirbel hat und jede Bewegung für sie schmerzhaft ist. Sie musste ja auch unbedingt die Waschmaschine alleine aus dem Cockpit in die Vorkabine schleppen und dabei ist sie ihr  genau auf den Brustwirbel gefallen. Aber diese Nacht hat sie bis 4:00 Uhr die Wache übernommen.

Um 5:30 Uhr bietet sich mir eine Szenerie wie ich sie bisher noch nie gesehen habe. Im Westen geht der Mond, rot gefärbt und vergrößert durch die Luftschichten unter, während im Osten der gelbe Ball der Sonne aus dem Wasser steigt. Beide berühren zur gleichen Zeit den Horizont. Man müsste jetzt ein Fisheye Objektiv auf der Kamera haben um dies zu fotografieren.

Wir haben Null Wind und die verwirbelten Abgase steigen von achtern in das Cockpit. Nicht mal eine Minute halte ich das aus und flüchte mich mit einem Anflug von Übelkeit in den Salon. Natürlich folgen mir die Abgase auch dorthin. Das Schott zu schließen wäre bei diesen Temperaturen keine gute Idee. „Richte doch den Venti auf den Niedergang“, meint meine Gesundheitsministerin. Toll. funktioniert sogar.

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unsere Begleitung

Bei diesen Verhältnissen, kein Wind und leichte Dünung, hat Johann leichtes Spiel und deshalb bewegt er sich auch nur alle 10-15 Sekunden um einige Zentimeter nach Back- oder Steuerbord. Es ist schon toll, wenn man sich um so profane Dinge wie Ruder gehen nicht zu kümmern braucht. Wir wissen beide, mein Admiral und ich, was es heißt wenn wir die Arbeit von Johann selbst übernehmen müssen. Das Personal ist eben auch nicht mehr das was es früher mal war.

Nach zwanzig Stunden Motorlaufzeit bekommen wir endlich mal wieder etwas Wind und wir können das tun was wir eigentlich wollen: uns segelnd vorwärts bewegen. Bei 8-10kn segeln wir mit 50° zum Wind sehr hoch (Regattasegler werden darüber lachen) und machen dabei immer noch 3,7 bis 4kn Fahrt, was für unsere langkielige Lady doch eine beachtliche Leistung ist. Leider ist nach zwei Stunden der Spaß vorbei und wir fahren wieder mit Unterwasserspi (Motor). Die einheimischen Segler sagten uns schonvor unserer Abfahrt  wir sollen ja genügend Diesel mitnehmen denn auf dieser Strecke gibt es kaum Wind. Erst zu viel Wind (siehe ein besch… Törn) und dann kein Wind. Kann das denn nicht etwas ausgeglichener von statten gehen? Immer diese Extreme!

Es ist dunkel und wir befinden uns in in der Höhe der Stadt Santos. Annemarie hat Wache und hält im Cockpit Ausschau denn es herrscht reger Schiffsverkehr. Sie ruft mir in den Salon nach unten:“komm doch mal rauf, da sind so komische rote Lichter schau Dir das mal an“. Durch das Fernglas sehe ich zwei rote Rundumlichter übereinander und ein grünes und rotes Licht nebeneinander. Es ist ein Fischtrawler der genau auf uns zu hält, also auf Kollisionskurs ist. Ich kann an seiner Geschwindigkeit erkennen, dass er nicht fischt sondern sich uns mit voller Fahrt nähert. Er nähert sich uns von Backbord (links) und wir fahren ebenfalls mit Motor, was an unserer Beleuchtung zu erkennen ist. In diesem Fall sind wir zwei gleichberechtigte Fahrzeuge und somit habe ich die Vorfahrt. Er hält immer noch mit Volldampf auf uns zu. Sicherheitshalber habe ich den Blitzer angemacht um auf mich aufmerksam zu machen, wobei ich überzeugt bin, dass er uns schon lange bemerkt hat. Er ist schon so nah, dass er auch sehen kann, dass wir ein Segler unter Motorfahrt sind. Nun ändert er etwas seinen Kurs. Aber wohin! Nach Backbord und nicht nach Steuerbord. Er fährt uns genau vor die Nase. Als wir ungefähr noch 50 Meter voneinander entfernt sind mache ich das Manöver des letzten Augenblicks und drehe, nachdem ich die Geschwindigkeit verringert habe, denn sonst wäre es noch gefährlicher geworden, nach Steuerbord ab. Mit wirklich geringen Abstand passieren wir einander. Ich enthalte mich eines Kommentars der mir wirklich auf den Lippen liegt und will hier nicht wiedergeben was ich ihm wünsche und was ich ihm nachrufe. Mit der gleichen Ruderbewegung nach Steuerbord wäre er ohne Stress und Gefahr achterlich an uns vorbei gefahren. Trottel gibt es überall und das  nicht nur im Straßenverkehr. Mit den wirklichen Profis, also der Großschifffahrt haben wir mit einer Ausnahme, damals in Gibraltar, noch nie Probleme gehabt. Die sind uns bis jetzt immer ausgewichen, selbst dann, wenn wir ebenfalls unter Motor fuhren. Für Nichtsegler eine kurze Erklärung: Segler haben unter Segel, mit Ausnahme von Fischern beim fischen gegenüber allen anderen die Vorfahrt. Unter Motor unterliegen sie anderen Bestimmungen, ebenso die Fischer. Wenn sie nicht fischen unterliegen sie den allgemeinen Bestimmungen und haben nicht in jedem Fall die Vorfahrt. Es gibt noch einige Ausnahmen will aber hier nicht darauf eingehen. Ich schreibe schließlich kein Segellehrbuch.

Heute sind wir den vierten Tag unterwegs und kämpfen uns schon die ganze Nacht gegen Wind, Welle und Strömung unter Motorkraft voran. Bei Ankunft werde ich wohl ein Buch schreiben mit dem Titel: „Mein Kampf“ (uups). Annemarie hat immer noch ziemliche Schmerzen an der Stelle wo ihr die Waschmaschine draufgefallen ist und kann nicht ans Ruder. Johann hat seinen Dienst quittiert, überlegt es sich nach einigen Stunden aber anders nachdem ich ihm androhe ihn an der tiefsten Stelle des Atlantiks zu versenken. Es ist morgens 5:30 Uhr, der Motor läuft (wie immer) als plötzlich ein lautes „petsch, petsch, petsch“ zu hören ist. Sofort verringere ich die Drehzahl und es hört auf. Was war das? Ein schneller Blick auf die Motorinstrumente meldet mir: alles im grünen Bereich. Ich stürze mich in den Motorraum, kontrolliere alle sichtbaren drehenden Teile. Nichts! Mutig geworden gebe ich wieder (vorsichtig) Gas. Kein „petsch, petsch“ mehr. Irgendwann habe ich dieses Geräusch schon mal gehört. Ziehe alle „Geräuschschubladen“ in meinem etwas schwergängigen oberen Bereich als es mir einfällt. Wir haben längs des Bootes ein Gurtband als Lauf und Sicherheitsleine gespannt um sich bei Arbeiten außerhalb des Cockpits einzupicken und um sich gegen Überbord gehen zu sichern. Es ist der Wind (das himmlische Kind oder das teuflische, je nachdem) der das Gurtband zum schwingen bringt welches dann an den Aufbau unseres Bootes klatscht.

Wir kämpfen uns weiter in Richtung Norden und haben leider nur die Hälfte der vorgenommenen 40 Meilen geschafft. Das wirft natürlich den ganzen Plan, am Tag an der Insel Sao Sebastiao (Ilhabela) anzukommen über den Haufen. Zu allem Überfluss müssen wir auch noch, trotz Motor, aufkreuzen.

Bis auf zehn Meilen haben wir uns an die Einfahrt in den Canal de Sao Sebastiao herangekämpft. Die Wellen erreichen in der Zwischenzeit zwei Meter und der Wind bläst mit bis zu knapp 30 Knoten genau auf den Bug. Kommt eine besonders große Welle steigt das Boot in einen sehr steilen Winkel nach oben und fällt auf der anderen Seite  mit einem Platscher in das Wellental. Mit fast Vollgas geht es zwischen 1,2 kn und Stillstand voran. Es sind noch 7,5 Meilen bis zur Einfahrt. Der Nordwind wird hier durch den Kapeffekt der Insel zum Ostwind. Nun haben wir ihn in einem Winkel von 30° zum Boot ebenfalls auf der Nase was zu vorher keinen Unterschied macht.

Annemarie spricht es als erste aus was wir eigentlich schon lange hätten tun müssen: Umkehren! Ich sehe das genau so und drehe die Nase unserer tapfer kämpfenden Lady aus dem Wind. Sofort nehmen wir Fahrt auf und die Anzeige steh auf 6kn. Also alle hart erkämpften Meilen wieder herzuschenken sind wir beide nicht gewillt. Beidrehen ist die Devise. Ich stelle unser Boot quer zur Welle (ca.60°) und lasche das Ruder fest. Mann, das haut aber rein! Gehen oder stehen im Boot ist nicht möglich. Aller Stabilisation (Großsegel) beraubt schwankt unsere Lady als würde sie von einer Alkoholorgie kommen. Trotzdem muss ich in den Motorraum und den Füllstand des Tagestanks  überprüfen. Das erste was ich sehe ist eine schwarze Brühe in den ersten beiden Dieselfiltern. Der Blick in den TT (Tagestank) zeigt mir auch warum. Dieser ist bis zum letzten Tropfen samt den ganzen Dreck leer. Irgendwie hängen wir doch an einer Glückssträhne, denn in spätestens einer Minute wäre der Motor von selbst stehen geblieben. Dann wäre entlüften angesagt gewesen. Aber wie wenn kein Tropfen Diesel mehr im Tank ist. Den TT aufzufüllen geht nur wenn der Motor läuft. Ja ich weiß ist ein schei… System und hätte es schon lange ändern sollen. Aber hier eine geeignete Pumpe zu einem vernünftigen Preis zu finden ist mir bisher noch nicht geglückt. Dabei würde eine Bohrmaschinenpumpe (von Conrad) für schlaffe 20€ schon reichen.

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Einfahrt Canal de Sao Sebastiao

Ich tue was ich tun muss und baue die ersten beiden Filter aus und mache sie sauber. Der dritte Filter, ein großer Dieselfilter aus einem Truck mit ca. 3Liter Inhalt, ist noch einigermaßen sauber. Kein Dreck zu erkennen nur der Diesel ist dunkel gefärbt. Der vierte und letzte  Filter, der am Motor vor der Einspritzpumpe seinen Dienst versieht ist ebenfalls sauber. Den TT aus einem Reservekanister aufzufüllen brauche ich gar nicht zu denken. Bei der Schaukelei die so heftig ist, dass ich mich im Cockpit gar nicht halten kann bekomme ich den ganzen Diesel zwar aus dem Kanister aber keinen einzigen Tropfen in den TT. Noch läuft der Motor und ich kann auf den großen Tank umschalten und dann beten, dass genügend Diesel kommt bevor der Motor stehen bleibt. Aber das ist nur für den Notfall vorgesehen der hoffentlich nicht eintritt.

Zweimal schmeißt es mich in der Nacht fast aus dem Bett und ich kann mich nur mit Mühe am Tisch festhalten um nicht ganz rauszupurzeln. Das Geschirr in den Schapps klirrt und scheppert. Ich schlafe genau darunter und warte jeden Augenblick darauf dass es aufgeht und die Porzellanscherben sich über meine Koje ergießen. Aber nichts davon geschieht und ich schlafe ein. Tagesanbruch: kein Lufthauch rührt sich und das Meer ist glatt. Sofort fülle ich den TT aus einem Kanister auf. Die beiden Vorfilter sind leer. Um diese zu füllen müsste ich sie nochmal abbauen, mit Diesel auffüllen und wieder anbauen. Ich gehe auf Risiko und drehe bei den Filtern nur die Entlüftungsschrauben auf und starte den Motor. Er springt sofort an und in Sekunden sind beide Vorfilter voll mit Diesel welcher lustig aus den Entlüftungsschrauben spritzt und mir den Motorraum noch mehr versaut. Ich drehe die Schrauben zu und der Motor läuft ohne dass ich die Filter entlüften muss. Der große LKW Filter der nach den beiden Vorfiltern kommt ist bis zu einem gewissen Grad selbstentlüftend und schluckt die Luf, welche er von den beiden Vorfiltern bekommt, klaglos.

Es ist inzwischen 8:00 Uhr geworden, habe ich für die ganze Aktion doch fast drei Stunden gebraucht. Der Wind hat wieder angefangen und die Welle baut sich wieder auf. Annemarie steht am Ruder, ihre Schmerzen haben sich etwas gebessert, und powert mit fast Vollgas wieder gegen Wind und Welle (wie gehabt). In der Spitze bringt es der Wind doch schon wieder auf stolze 20kn. Beide, fest entschlossen diesmal die Einfahrt zu schaffen, bolzen wir gegen an. Es ist wie in der Nacht zuvor: wir werden immer langsamer. Mein Strategieweib am Ruder lässt sich was einfallen. Sie fährt nun nicht mehr direkt auf die Einfahrt zu sondern weicht nach Osten aus. Knallt zwar genau so aber wir kommen doch mit 2,5 bis 3,5kn voran. Weit genug an der Insel und unter Landabdeckung dreht sie um und fährt nun in westlicher Richtung und Wind von achtern zwischen den auf Reede liegenden Tankern und Frachtern durch auf die Einfahrt zu. Es geht jetzt richtig gemütlich zu, denn die Wellen sind kleiner geworden und der Wind schiebt, statt wie vorher uns zu bremsen. Bald sind wir im Kanal zwischen Insel und Festland wo der Wind und die Wellen ganz aufhören. Wir können nun beide bei schönsten Sonnenschein die herrliche Landschaft genießen. Wir fühlen uns fast heimisch, denn es sieht aus als würden wir im Mittelmeer bei Sardinien, Korsika oder in Kroatien sein. Einfach herrlich. So macht es Spaß.

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wartet auf die Durchfahrt

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Kanal zwischen Insel und Festland

Nach ca. 10 Meilen kommen wir am Club Nautica Pinda an und legen uns an eine Boje. Wir sind zu müde und es ist auch schon zu spät um uns im Club anzumelden. Das tun wir morgen. Ich weiß nicht warum aber ich habe unser Boot nicht nur an der Boje festgemacht, sondern auch an der darunter liegendem Halteleine der Boje.In der Ferne gibt es heftiges Wetterleuchten was schnell näher kommt. Es dauert nicht lange und heftiger Wind setzt ein. In Minuten haben wir hier im Hafen an der Boje mehr als 1,5 Meter Welle die bricht und sich über unser Boot ergießt. Das Boot steigt hoch und wird von der Boje wieder nach unten gezogen was zur Folge hat, dass es eine Flut von Salzwasser mit dem Bug auf das Deck schaufelt. Plötzlich ein Knall und die Boje zerlegt sich zu Brei. Es sind nur noch Bruchstücke übrig. Der Metallanker der durch die Boje geht an der sie an der Unterseite mit der Halteleine verbunden ist und an der oberen Seite unser Boot hängt ist ausgerissen. Ebenfalls gebrochen ist der Festmacher den ich unter der Boje an eben dieser Halteleine befestigt hatte. Als der Gewittersturm anfing und die Wellen bereits den Bug überspülten habe ich noch schnell einen zweiten, stärkeren Festmacher, am Bug auf dem Bauch liegend und vom Wasser überspült, an der Bojenleine befestigt. Die Arbeit hat sich gelohnt. Der Festmacher und die Bojenleine halten.

Als Annemarie das Anlegemanöver fuhr und durch Rückwärtsfahrt das Boot abbremste verhakte sich der Gashebel und ist nicht mehr zu bewegen. Wenn also jetzt bei dem Sturm die Leine brechen sollte haben wir keine Möglichkeit unsere Abdrift mittels Motor aufzuhalten. Ich mache den Anker fertig um ihn im Notfall nur noch über Bord werfen zu müssen. Das aber bleibt uns Gott sei Dank erspart. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei und die Wellen sind so schnell  weg wie sie da waren.

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 Kanaleinfahrt

Während der ganzen Zeit haben wir die Funke auf Kanal 16 (Notrufkanal) an. Was wir hören baut uns nicht gerade auf. „Hilfe, Hilfe helft mir doch“ kam eine in Todesangst rufende Stimme aus dem Radio. Den danach folgenden Wortwechsel in portugiesisch verstehen wir nicht mehr.

Die restliche Nacht verläuft ruhig und wir sinken erschöpft in die Kojen und schlafen durch bis in zum Vormittag. Das Marinapersonal kommt und verholt uns von der lädierten Boje weiter in den Hafen.

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 Im Yacht-Club

Heute habe ich Zeit um mir die klemmende Gangschaltung anzusehen. Ich baue sie auseinander, reinige sie, fette sie erneut ein. Sie funktioniert wieder und nun warten wir auf ein günstiges Wetterfenster um die restlichen 80 Meilen zu unserem nächsten Etappenziel Angra dos Reis anzupacken. Seit Abfahrt aus Argentinien haben wir inzwischen 1200 Meilen zurückgelegt. Nicht all zu viel, wenn man bedenkt, dass wir bis in die Karibik noch fast 4000 Meilen vor uns haben und dabei evtl. noch viel Nordwind „bekämpfen“ müssen.

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